Gesundheitswesen und Corona Krise – Eine Retrospektive der letzten Woche

Wenn Sie aktuell Führungskraft im Gesundheitswesen sind, dann wissen Sie in der aktuellen Corona-Krise wahrscheinlich auch oft nicht mehr, wo genau Ihnen gerade der Kopf steht.

Sie fühlen sich möglicherweise auch von den Behörden und der Politik alleine gelassen, denn es fehlen an vielen Stellen anscheinend noch wirklich transparente und klare Vorgaben.

Auch den aktuellen Entwurf zu einem COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz empfinden viele definitiv als gebrochenes Versprechen, als schlechten Witz und äußern darüber ihre Fassungslosigkeit. Von der vollmundig versprochenen Hilfe ist wohl nicht mehr allzu viel übrig geblieben.

https://www.vkd-online.de/?mnd_article=pressrelease2984172

Der Dank an die “Helden in den Krankenhäusern” des Gesundheitsministers wirkt nun plötzlich wieder wie Hohn und heiße Luft! Das Kaputtsparen geht nach der Krise vermutlich genauso weiter, das Krankenhaussterben ebenso.

An dieser Stelle sollten wir sehr genau hinsehen und unsere Politiker damit nicht davonkommen lassen! Hier gilt es weiter pro aktiv und selbstbewusst Haltung zu zeigen und sich deutlich und unmissverständlich zu positionieren, um das Versprochene einzufordern. Auch wir werden natürlich an geeigneter Stelle wieder Roß und Reiter benennen, denn falls die Pandemie jetzt wirklich wie gehofft abgeflacht werden kann, werden sich dann vermutlich wieder einige Politiker kluges und nachhaltiges Handeln ans Revers heften wollen.

Vermutlich brechen auch Ihnen, nicht zuletzt deshalb gerade einige Säulen des Vertrauens und des Vertrauten weg.

Denn Sie mussten jetzt defakto über Nacht an der Basis, oder genauer: an der Front zum eigentlichen Krisenspezialisten werden. Das konfrontiert Sie zunehmend mit organisatorischen und gruppendynamischen Themen, mit denen Sie in dieser Dichte, Art und Frequenz vorher noch nie zu tun hatten.

Es ist anzunehmen, das auch Ihre Mitarbeiter und Teams sehr unterschiedlich auf die aktuelle Situation reagieren, manche entpuppen sich gerade im wahrsten Sinne des Wortes als große Helden, reißen ganze Teams mit und wachsen über sich hinaus.

Andere Mitarbeiter reagieren leider aber auch mit erheblichen Verunsicherungen und Ängsten, wenn sich plötzlich eigene Symptome zeigen, sich die Einsatzgebiete und die Teamzusammensetzungen ändern oder bestimmte Abläufe zurückgefahren werden, um spezielle Bereiche für die Covid-19-Patienten schaffen zu können.

Auch Ihre Mitarbeiter müssen also gerade viel Gewohntes loslassen und Verunsicherungen aushalten, worauf sehr unterschiedlich reagiert wird – mit Angst, Wut, Ratlosigkeit und auch hier und da mal präventiv mit einem Krankenschein.

Wie oft waren Sie wohl in den letzten sieben Tagen in Besprechungen, Krisenstäben und Mitarbeitergesprächen; mussten ständig neue und unvorhersehbare Aufgaben abarbeiten? Daneben haben Sie natürlich auch Ihre eigene Themen und Bedürfnisse und müssen mit privaten Situationen umgehen: die Betreuung für die eigenen Kinder sicherstellen, vielleicht noch einen Partner auffangen, dessen Selbständigkeit gerade wegbricht, Ihre eigene und die Angst ihrer Familie vor Ansteckung etc.

Möglicherweise fühlen Sie sich wegen all der Themen und der damit verbundenen geballten Reizüberflutung viel verletzlicher als sonst, sind im einem Gefühlskarussel und fühlen sich generell gerade am Limit.

Wenn das so ist, dann sind Sie damit nicht allein, denn das sind die aktuellen Zustände und Erfahrungen, die uns seit dem Beginn unserer Krisenbegleitung am 12. März 2020 von Führungskräften des Gesundheitswesens immer wieder in Erst- und Beratungsgesprächen, Konferenzen, Mails, Foren usw. gespiegelt und berichtet werden.

Die allermeisten berichteten uns außerdem, dass das Schlimmste im Moment sei, nicht zu wissen, was jetzt kommt; wie die Pandemie verläuft, ob an alles gedacht wurde und ob die eigenen Vorbereitungen und Notfallpläne dann auch wirklich funktionieren.

In diesen chaotischen und katastrophalen Zeiten wünschen Sie sich wahrscheinlich auch gerade dringend etwas Orientierung, Klarheit und Verlässlichkeit zurück. Sie wollen jetzt endlich wieder einmal durchatmen, ruhiger werden und das Gefühl haben, auch einmal selbst gehalten und geführt zu werden. 

Das ist vermutlich für viele Angehörige des Gesundheitswesens die aktuelle Realität.

Auch uns hat die Krise und hier besonders der Shutdown einige erhebliche Wirkungstreffer versetzt. Wir mussten uns in den letzten zwei Wochen völlig umstellen, konnten und können unsere beliebten Seminare, Supervisionen, Workshops zur Team- und Organisationsentwicklung und zum Kulturwandel im Gesundheitswesens von jetzt auf gleich nicht mehr durchführen. Und das mit einer Aussicht auf etliche Wochen, für jedes Unternehmen eine existentielle Bedrohung.

Einzig unsere Online-Führungskräftecoaching Angebote blieben zunächst bestehen.

Wir wollten uns jetzt aber auch nicht pessimistisch oder wehleidig zurückziehen oder aufgeben und so begannen wir vor knapp zwei Wochen nach Mitteln und Wegen zu suchen, wie mir mit unserer Expertise und unseren Fähigkeiten auch jetzt noch wirksame Begleiter für Einrichtungen des Gesundheitswesens sein können.

Deshalb haben wir unsere Angebote für die nächsten Wochen und Monate auch speziell auf eine Krisenbegleitung zugeschnitten und im Team gemeinsam mit einigen Partnern verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten installiert – und zwar zeit- und ortsunabhängig im gesamten deutschsprachigen Raum.

Wir setzen unsere Expertise und unsere Skills jetzt vor allem dafür ein, Einrichtungen des Gesundheitswesens mental auf die gruppen- und psychodynamischen Implikationen vorzubereiten und zu begleiten, die sich aus der aktuellen Situation eines Shutdowns und der klinischen Versorgung während der Corona Pandemie heraus ergeben werden.

Wir haben daher jetzt schnelle, verantwortungsvolle und individuelle Unterstützungen und Hilfe zur Selbsthilfe per Telefon, oder Videochat durch unser Berater- und Coaching-Team installiert und möchten uns an dieser Stelle einmal ganz herzlich bei den Einrichtungen bedanken, die diese Hilfe jetzt bereits in Anspruch genommen haben.

https://marco-helmert.de/

Da auch wir natürlich, schon vom Anspruch her ein agiles, selbstlernendes und selbstaktualiserendes System sind und auch weiter sein wollen, tauschen wir uns auch kontinuierlich über die nun gefundenen Muster des Gelingens in der Krise mit unseren Kunden und Partnern aus.

Wir wollen unsere Unterstützung weiter integrativ und dynamisch verbessern.

Einrichtungen, die uns in der aktuellen Krise bereits ihr Vertrauen für unsere Unterstützung geschenkt haben, schätzen an unserer Begleitung aktuell besonders folgende fünf Punkte:

  1. Schnelle, unkomplizierte und kontinuierlich abrufbare Hilfe in Form von Telefonaten, Videochats, u.ä.; selbst in den Abendstunden und nach Dienstende.
  2. Sofort umsetzbares strategisches Wissen über den Umgang mit unsicheren, hoch komplexen und sich ständig ändernden Situationen in der Krise.
  3. Regulations- und Steuerungsstrategien für den Umgang mit den jetzt aktuell typischen und noch zu erwartenden gruppendynamischen Problemen innerhalb Ihrer Teams.
  4. Unkomplizierte, schnell verfügbare 1:1 Kriseninterventionshilfe für einzelne Mitarbeiter und Teams, um die Führungskräfte auch zeitlich zu entlasten!
  5. Und nicht zuletzt auch ganz konkrete Unterstützung und Begleitung für Ihre eigene Psychohygiene und Resilienz als Führungskraft. Hier verbinden wir klassische supportive Gesprächsführung mit Methoden des NLP, des Copings, des Resilienz- und Mentaltrainings und der (Selbst)Hypnose.

Darüber hinaus bauen wir auch gerade wirksame Vernetzungsmöglichkeiten zum einfachen Online-Austausch zwischen Führungskräften des Gesundheitswesens auf, klären über unsere Netzwerke bestimmte Fragen ab und sammeln hilfreiche Ideen und Muster des Gelingens aus anderen Einrichtungen und haben auch schon beim Formulieren konstruktiver,- Team-stärkender und ressourcenaktivierender Anschreiben mitgewirkt.

Alles Dinge also, die Führungskräften des Gesundheitswesens jetzt wirksam Entlastung, Unterstützung und wieder etwas Zeit und Zuversicht zurückgeben sollen.

Wenn Sie sich und die Situationen Ihrer Einrichtung hier gerade wiedergefunden haben, dann zögern Sie nicht unsere Unterstützung ebenfalls in Anspruch zu nehmen!

https://marco-helmert.de/muster-des-gelingens-in-der-krise/#formular

Denn Krisen sind immer auch Chancen und Bewährungsproben. Wir sollten nun alle mit einem klaren Verstand gemeinsam Lösungen erarbeiten, Verantwortung übernehmen, Prioritäten setzen und solidarisch handeln!

Denn wir werden uns alle in den nächsten Wochen WIRKLICH kennenlernen und es wird von entscheidender Bedeutung sein, welche Seite unseres Selbst wir der Welt dann zeigen wollen!

Wir begleiten seit vielen Jahren Einrichtungen des Gesundheitswesens und wir wollen und werden Sie auch weiterhin begleiten.

Gerade jetzt! Und das alles agil, zeitflexibel und verantwortungsvoll!

Das Motto lautet jetzt: Gemeinsam durch die Krise!

Ich möchte hiermit allen Ärzten, dem Pflegepersonal und allen weiteren Berufsgruppen im Gesundheitswesen von Herzen für all die Hingabe, das unerschrockene Handeln und der Liebe zum Patienten danken!

Und auch, wenn Sie selbst jetzt voller Angst, Zweifel und dem Gefühl von der Politik alleingelassen zu werden in die nächsten Wochen gehen, ich hoffe und glaube, dass sich die Wahrnehmung und Wertschätzung der Menschen für Ihre Arbeit jetzt bereits deutlich erhöht hat. Die Bevölkerung unterstützt Sie und weiß Ihre Arbeit zu schätzen!

Bleiben Sie alle gesund und lassen Sie uns nun in den nächsten Wochen Gemeinsam durch die Krise weitergehen, jeder an seinem Platz und mit seiner Fähigkeit und Stärke.

“Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!” – Und wir unterstützen Sie!

Mit herzlichen Grüßen aus Marienberg / Sachsen

Ihr Marco Helmert
Geschäftsführer Helmert Seminare/Coaching/Supervision