Im Sturm zeigt sich der wahre Kapitän

Wie wir in Zeiten von Krisen und Wandel psychisch gesund bleiben können.

Datum: 16.04.2021
Beginn: 19:00 Uhr
Dauer: ca. 3h mit kurzer Pause
Kosten: 55,00 € (inkl. 19% MwSt.)

Von den Gefahren und Chancen der aktuellen Verwerfungen, der Helden-Reise zu uns selbst und der Magie des richtigen Zeitpunktes.

Üblicherweise bekomme ich pro Monat circa zwei bis drei hoch akute Notfall Meldung meiner Coaching, oder Psychotherapie Klienten.
In den letzten Monaten gab es Wochenenden mit einem knappen Dutzend solcher Hilferufe und nebenher auch noch zahlreiche Neuanmeldungen.

Die hauptsächlichen Themen dabei?

Auf der einen Seite die unglaublichen Ängste, Stressreaktionen und nahezu übermenschlichen Kraftanstrengungen meiner Klienten aus dem Gesundheitswesen, welche teilweise bis zu einem Drittel ihrer Bewohner in den jeweiligen Pflegeeinrichtungen verloren haben. Und dabei Grenzerfahrungen gemacht,- und eigentlich nicht mehr Verdaubares erlebt haben. Und all die damit verbundenen Ängste und Traumatisierungen.

Auf der anderen Seite Menschen, die die Folgen des Lockdowns, des „Anhaltens der Welt“ zu spüren bekamen, mit tiefen Verzweiflungen und auch Zweifeln am Grundsätzlichen angesichts der aktuellen Einschränkungen:

Die Symptome auf beiden Seiten waren dann zum Beispiel:

Existenzielle Ängste vor dem Virus/den Maßnahmen/der Impfung und NichtImpfung, der Armut und jede Menge Orientierungslosigkeit.

Aufbrechende Partnerkonflikte und Verwerfungen/Zwietracht im Familien- und Freundeskreis in noch nie da gewesener Größenordnung.

Psychodynamische Themen, die man glaubte schon verstanden zu haben, brechen jetzt plötzlich wieder massiv hervor und lassen sich nicht mehr so gut verdrängen wie früher.

Prozesse der Ent-Täuschung und dem Erkennen von Projektionen die man auf Menschen, Ideologien usw. geworfen hat.

Akute Angst- und Panikreaktionen bis hin zu psychotischen Entgleisungen, die psychiatrisches Eingreifen notwendig machten.

Stark zurück gegangen sind in meiner Arbeitsrealität demgegenüber gerade Anliegen wie Raucherentwöhnung, Gewichtsreduktion, Auflösen psychosomatischer Probleme und Phobien mittels Hypnose, oder Themen wie berufliches Vorankommen.

Als Mensch, Therapeut und Coach erlebe ich diese Situationen im Innen wie im Außen gerade als sehr herausfordernd und ich lasse mich auch selbst regelmäßig supervidieren, um hier den Fokus halten,- und stehen bleiben zu können.

Neben all den heftigen Beschreibungen von Schmerz, Leid und Verwerfungen gibt es aber immer wieder auch das Aufleuchten von unglaublichen Sinn, Heldentum und wirklich tiefgreifender Verwandlung.

Ich habe durchaus auch erlebt, dass es in all diesem Themen auch ein großes individuelles und/oder kollektives „Wofür“ geben kann, zu dem sich einzelne Menschen, trotz heftiger Beeinträchtigung aufschwingen konnten, aber dafür musste man oft auch bereit sein, sich zunächst auf seine ganz persönliche innere Heldenreise zu begeben. Diese Heldenreise beschreibt detailliert ein archetypisches Muster von „Stirb und Werde“ und ich verwende sie deshalb sehr oft in meiner Praxis und im Coaching. Die Heldenreise besteht aus drei (in mancher Lesart vier) Abschnitten mit ihren jeweiligen Stationen, Lernaufgaben und und einer Stirb und Werde Prüfung, der individuell persönlichen Hölle, die man überwinden muss.

Von Viktor Frankl, dem berühmten sinnzentrierten Psychotherapeuten (Erfinder der Logotherapie) und Überlebenden mehrerer Konzentrationslager, ist von seiner Schülerin Elisabeth Lukas folgender Unterhaltung überliefert:

“Bei einem meiner Besuche in seiner Wiener Wohnung diskutierte ich mit Frankl darüber. Ich sagte ungefähr folgendes zu ihm: “Herr Professor, Sie haben mit Ihrem Leben bezeugt, was Sie lehren. Aber was sollen wir Schüler machen, die wir keine Kriegsgräuel erlebt haben und keine persönliche Bewährung mitten in der Hölle vorweisen können?” Frankl sah mich ernst an.
“Ach, Frau Lukas”, antwortete er, “jeder Mensch hat sein Auschwitz!“[2] – Verblüfft schwieg ich.“

Nach meiner Erfahrung brauchen Menschen, auf den verschiedenen Stationen dieser Heldenreise unterschiedliche innere Qualitäten, Verbündete, müssen unterschiedliche Anteile an ihrer inneren Tafelrunde erwecken und erlösen und sich auch sehr unterschiedlich verhalten um herausfordernde Lebenssituation zu überstehen.

Ich sage dann manchmal Dinge wie:

Manchmal bist du der Werfer eines Steines oder eines goldenen Balles, manchmal der brutal Getroffene oder der glückliche Fänger.

Und manchmal bist du aber auch gerade nur der geworfene Stein, oder Ball.

Manchmal ist es notwendig, sein Schwert zu ziehen (also zu ent-scheiden) und zu kämpfen, um den Vampiren, Energieräubern und Ideologien in unserem Leben ein heiliges Nein, ein „bis hierher und nicht weiter“ entgegen zu schmettern. Manchmal ist es aber auch weise lösungsorientiert zu kommunizieren und Dinge auf Augenhöhe endlich zu klären.

Wieder ein anderes Mal sollten wir schweigen, uns unsichtbar machen, um auf der aktuellen Station nicht vom “Auge Mordors“ erfasst zu werden. Oder wie ich gerne sage „nicht in eine laufende Kreissäge fassen“ Manchmal ist es notwendig mit der Kunst des Aikido, die Energie des Gegners gegen ihn selbst zu lenken und manchmal hilft uns auch die Kunst des „Handelns im Nichthandeln“ des chinesisch/daoistischen Wu Wei.

Letztendlich begeben wir uns auf dieser Reise neu zu uns selbst und lernen uns dabei immer wieder neu kennen. Und möglicherweise ent-puppen wir dabei eben nicht nur unsere größten Zweifel und Ängste, sondern bei Hindurchgehen durch manch äußere und innere Hölle auch unser größtes Potential.

Am 16. April 2021 möchte ich nun in einem online Seminar über diese „Reise zu uns selbst“ sprechen und meine Erfahrungen der letzten Monate teilen, die ich mit den verschiedensten Menschen zu diesen Themen gemacht habe und machen durfte.


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